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Deadline Day: Kurzinterview Fritz von Thurn und Taxis

Sky Kommentator Fritz von Thurn und Taxis plaudert aus dem Nähkästchen und beantwortet Fragen zum Deadline Day

Im Zuge des Deadline Day, der am 1.2. stattfindet, hat sky.de die Sky Kommentatoren Wolff-Christoph Fuss, Fritz von Thurn und Taxis sowie weitere Gäste zum letzten Tag der Transferperiode befragt. Die Sportexperten geben Einschätzungen und plaudern bei interessanten Transfer-Anekdoten aus dem Nähkästchen.

3 Fragen an Fritz von Thurn und Taxis

Sky.de: Herr von Thurn und Taxis, Sie gelten als sehr emotionaler Fußballkommentator. Welche Schlagwörter und Emotionen fallen Ihnen ein, wenn Sie an den Deadline Day, den letzten Tag der Transferperiode, denken?

Fritz von Thurn und Taxis: Die drei Schlagworte, die mir da direkt einfallen sind vor allem Panik, Pannen und kaputte Faxgeräte. Wenn es auf dem Transfermarkt ums Ganze geht und die Zeit drängt, merkt man besonders den Verantwortlichen, Sportdirektoren und Managern eine gewisse Panik an. Während der Transferperiode stehen die eigentlich ständig unter Strom und haben selbst bei Live-Interviews das Handy griffbereit, weil immer irgendwo etwas passieren kann und sich vorher ungeahnte Möglichkeiten kurzfristig doch ergeben können. Das haben wir vor allem bei Max Eberl im vergangenen Sommer gemerkt, dessen Handy lustigerweise während eines Interviews plötzlich geklingelt hat.
Faxgeräte, die laufen, kaputt sind oder Unterlagen, die zu spät kommen, führen auch gerade am letzten Tag der Transferperiode regelmäßig zu kuriosen Situationen.

Welche Rolle spielt der Deadline Day in Ihrem Beruf? Wie verfolgen Sie als Fußballkommentator den letzten Tag der Transferperiode?

Da gibt es eigentlich nur eine Antwort und das ist natürlich Sky Sport News HD. Das ist das Komplettprogramm. Da bekommt man alle Fakten bis ins kleinste Detail mit und ist stetig auf dem neuesten Stand. Ich informiere mich zwar auch in der Zeitung, aber gerade wenn es um schnelllebige Aktualität am Deadline Day geht, ist SSNHD die erste Wahl.

Sie sind ja schon längere Zeit im Fußballgeschäft tätig. Gibt es eine Anekdote oder kuriose Transfergeschichte an die Sie sich gerne erinnern?

Es gab schon wahnsinnig viele kuriose Geschichten während der Transferperiode. Zu nennen wären da natürlich relativ aktuelle Anekdoten wie die absurde Story um Kevin Großkreutz, bei dem der BVB von Galatasaray Istanbul 1,5 Millionen Euro für einen Vertrag kassierte, der aufgrund von Formalitäten nicht korrekt war und er deshalb in der Vorrunde gar nicht eingesetzt werden konnte oder auch die skurrile Torhüterfrage mit Manchester United und Real Madrid bezüglich David De Gea und Keylor Navas.

Aber meine Lieblingsgeschichte, die schon sehr zum Schmunzeln anregt, kommt aus dem Jahr 1996: Da gab es einen Transfer in München und zwar ging es um den Mittelfeldspieler Abédi Pelé. Pelé kam aus Ghana und war wahrscheinlich einer der besten afrikanischen Fußballer, der je in der Bundesliga gespielt hat. Der war auch bei der Wahl zu Afrikas Fußballer des Jahrhunderts auf Platz drei gewählt worden hinter George Weah und Roger Millar.

Pelé wurde also verpflichtet, kam nach München und ging davon aus, dass er beim FC Bayern München unterschrieben hatte. Stattdessen aber landete er auf der anderen Seite an der Grünwalder Straße bei 1860 München. Diese großen Augen kann man sich gar nicht vorstellen. Das konnte er gar nicht begreifen, weil er gar nicht wusste, dass es einen zweiten Verein in München gab. Die Sechziger waren aber damals in der Bundesliga unter Werner Lorant eine feste Größe. Jedenfalls musste Pelé durch den Fauxpas dort spielen und tat sich besonders gut in den Derbys gegen den FCB hervor. Das ist eine Story, die ich damals sehr intensiv wahrgenommen habe und an die ich mich oft erinnere, wenn es um Transferpannen geht.

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