Lohengrin – Worum geht’s?

Erster Aufzug

Brabant, erste Hälfte des 10. Jahrhunderts: König Heinrich der Vogler ist nach Antwerpen gekommen, um Soldaten für den bevorstehenden Krieg gegen Ungarn zu rekrutieren. Zunächst aber muss er die politische Krise in Brabant lösen. Er bittet den Grafen Friedrich von Telramund, ihn über die Lage zu unterrichten. Der Herzog von Brabant sei gestorben, sagt Friedrich. Vor seinem Tod habe der Herzog ihm aufgetragen, sich seiner beiden Kinder Elsa und Gottfried anzunehmen. Elsa habe er ihm zur Frau versprochen. Nach einem Waldspaziergang sei diese nun ohne ihren Bruder Gottfried zurückgekehrt und seitdem sei dieser verschwunden. Friedrich beschuldigt Elsa, ihren Bruder ermordet zu haben, um dadurch selbst den Thron besteigen und ihn, Friedrich, nicht heiraten zu müssen. Aus diesem Grund habe er von der Ehe mit Elsa abgesehen und Ortrud geehelicht. In Anbetracht dieser Situation erhebt Friedrich selbst Anspruch auf den Thron. König Heinrich befiehlt ein Gottesgericht, um die Wahrheit zu ermitteln: Einer der anwesenden Ritter solle gegen Friedrich von Telramund im Kampf auf Leben und Tod antreten. Dem Sieger stehe der Thron zu. Zuvor fordert Heinrich Elsa auf, sich zu verteidigen, was sie aber gar nicht erst versucht. Denn ein Ritter, der ihr im Traum erschienen sei, sagt sie, werde sie retten. Heinrich befiehlt den Beginn des Kampfes. Aber niemand erklärt sich bereit, gegen Friedrich das Schwert zu erheben. Elsa betet zu Gott, ihren Retter zu schicken. Da erscheint, in einem Kahn von einem Schwan gezogen, ein unbekannter Ritter in silberner Rüstung. Ob Elsa seine Frau werden wolle, wenn er Friedrich besiege, fragt er. Sie willigt ein und akzeptiert die Bedingung des Fremden, ihn niemals nach seinem Namen und seiner Herkunft zu fragen. Der Kampf endet zu Gunsten des Fremden, der Friedrich das Leben schenkt. Ortrud, die bisher nur am Rande in Erscheinung trat, zeigt sich enttäuscht und deutet ihre dunklen Pläne an.

Zweiter Aufzug

Friedrich erhebt schwere Vorwürfe gegen Ortrud: Sie habe ihm versichert, mit eigenen Augen gesehen zu haben, wie Elsa ihren Bruder in einem Weiher ertränkte. Er habe ihr vertraut. Die schmähliche Niederlage gegen den Unbekannten im Gottesgericht beweise, dass sie ihn belogen habe. Nun habe er seine Ehre verloren, klagt er. Ortrud beschwichtigt ihn und bringt eine Möglichkeit ins Spiel, den Fremden doch noch loszuwerden. Man müsse ihn nur dazu bringen, sein Geheimnis zu verraten. Und wer könnte das besser in die Wege leiten als Elsa? Ortrud geht zu ihr und versucht, Zweifel an ihrem zukünftigen Gatten zu säen. Aber Elsa lässt sich nicht verleiten. Der Heerrufer erscheint und verkündet drei Botschaften des Königs: 1. Friedrich werde verbannt und jeder, der Umgang mit ihm pflege, ebenfalls. 2. Der Fremde werde neuer Herzog von Brabant und da er diesen Titel ablehne, solle man ihn „Schützer von Brabant“ nennen. 3. Heute werde die Hochzeit gefeiert und morgen ziehe man in den Krieg. Zusammen mit ihren Begleiterinnen, darunter auch Ortrud, und unter Begeisterungsrufen des Volkes zieht Elsa zur Trauung ins Münster. Da tritt Ortrud hervor und stellt die Braut öffentlich zur Rede. Sie unterstellt einen Betrug während des Gottesgerichts und verlangt von ihr, Name und Herkunft des fremden Ritters zu nennen. Als der König eintrifft, muss Ortrud weichen. Der Bräutigam erscheint und sorgt sich: „Sag, Elsa, mir! Vermocht‘ ihr Gift sie in dein Herz zu gießen?“. Dann tritt unerwartet Friedrich auf, der noch immer in der Stadt weilt. Auch er bezichtigt das Paar des Betrugs. Der Fremde erinnert Elsa erneut daran, ihm niemals die verbotene Frage zu stellen. Dann werden sie getraut.

Dritter Aufzug

Nach der Trauung ist das Brautpaar in seinem Gemach erstmals allein. Elsa kann nicht mehr widerstehen. Sie drängt es, Namen und Herkunft ihres Gatten zu erfahren. In dem Augenblick, als sie fragt, dringen Friedrich und vier Edelmänner mit gezücktem Schwert ins Zimmer ein. Es kommt zum Kampf, in dem der neue Schützer von Brabant den angreifenden Friedrich tötet. Die vier Edelmänner fliehen. In Anwesenheit von König Heinrich beantwortet der Fremde Elsas Frage, die sie nie zu stellen schwor: Er sei ein Gralsritter, der Sohn Parzivals und heiße Lohengrin. Zutiefst erschüttert erklärt er, Elsa und Brabant nun verlassen zu müssen. Der Schwan erscheint, um Lohengrin in die Gralsburg zurückzugeleiten. Dann geht alles schnell: Ortrud tritt auf. Höhnisch gibt sie zu, dass sie für Gottfrieds rätselhaftes Verschwinden verantwortlich sei und ihn mittels magischer Kräfte in den Schwan verwandelt habe. Lohengrin erlöst Gottfried aus Ortruds Zauber. Dieser kann nun die Thronfolge in Brabant antreten. Im gleichen Augenblick taucht eine weiße Taube auf, die an Stelle des zurückverwandelten Gottfrieds den Kahn mit Lohengrin an Bord fortzieht. Ortrud bricht zusammen. Elsa stirbt.