Großes Lob für Sebastian Vettel: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sieht in dem 23 Jahre alten Red-Bull-Piloten einen künftigen Weltmeister und einen legitimen Nachfolger von Rekordchampion Michael Schumacher.
„Er ist genauso intelligent wie Michael. Supertalentiert ist er auch. Und er ist vor allem ein verdammt netter Kerl", sagte Ecclestone in einem Doppel-Interview mit Michael Schumacher. “Es würde mich wundern, wenn er keine WM-Titel holt. Für mich ist er ein 'Baby-Michael'."
Auch Schumacher selbst hat eine hohe Meinung von seinem Freund Vettel. “Sebastians Stärke ist, dass er im richtigen Moment die richtigen Fäden zieht und das Maximum aus sich herausholen kann. Deshalb ist er meiner Meinung nach auch besser als sein Teamkollege", sagte Schumacher.
Vor dem 13. von 19 WM-Läufen am kommenden Sonntag in Spa (ab 13.00 Uhr live bei Sky) ist Vize-Weltmeister Vettel in der Gesamtwertung mit 151 Punkten und zehn Zählern Rückstand auf seinen Teamkollegen Mark Webber (Australien/161) Dritter.
Dass Vettel Vergleiche mit dem 18 Jahre älteren Schumacher nicht mag, kann der siebenmalige Weltmeister und 91-malige GP-Sieger gut verstehen. “Ich mochte es auch nicht, wenn man mich mit Senna verglichen hat", sagte der heutige Mercedes-Pilot, der aber glaubt, ein Vorbild für Vettel gewesen zu sein.
“Ich bin überzeugt, dass Sebastian Vettel als Kind und Jugendlicher genau jeden Schritt meiner Karriere verfolgt hat und heute davon profitiert. Er hat es mir zwar nicht erzählt, aber ich glaube, dass es so ist", sagte Schumacher. “Mir hat er es gesagt", verriet Ecclestone.
Michael Schumacher hat in seinem Dreijahresplan bereits Stufe zwei gezündet. “Natürlich waren die Erwartungen sehr hoch, und natürlich sind wir alle enttäuscht, dass wir momentan nicht konkurrenzfähig sind. Aber das muss ich jetzt akzeptieren und mich aufs nächste Jahr konzentrieren", sagte der Mercedes-Pilot.
Im Augenblick suche er noch den Weg zurück auf die Siegerstraße, sagte Schumacher, der bislang zwei vierte Plätze als beste Resultate dieser Saison zu Buche stehen hat, in den letzten fünf Rennen aber nicht über Platz neun hinauskam und dreimal sogar die Top 10 verpasste. “Deshalb probiere ich im Moment viele Sachen aus, und akzeptiere, dass sie manchmal eben auch schiefgehen können", sagte Schumacher: “Aber sie gehören für mich zum Lernprozess dazu."
Beim Großen Preis von Belgien in Spa, wo 1991 seine einzigartige Karriere begann, muss er zudem mit der Rückstufung um zehn Startplätze leben. Die hatten ihm die Rennkommissare in Budapest wegen eines gefährlichen Manövers gegen Rubens Barrichello aufgebrummt.
Bereut habe er sein Comeback in der Könisgklasse angesichts der bislang durchwachsenen Ergebnisse aber nicht. “Nein. Ich wusste genau, was ich tue", sagte Schumacher: “Für mich ist es wichtig, wie ich mit dem Auto und dem Team arbeite."
Mit dem aktuellen Silberpfeil sei er zumindest im Qualifying nicht auf dem Niveau seines Teamkollegen Nico Rosberg. “Ich weiß aber, wie ich das ändern kann, und daran arbeite ich jetzt." Momentan müsse er akzeptieren, dass die Rückkehr an die Spitze seine Zeit brauche und “der Gegenwind sehr stark" sei.
Ecclestone äußerte seine Bewunderung für die Entscheidung des siebenmaligen Weltmeisters und 91-maligen GP-Siegers, nach drei Jahren Pause in die Königsklasse zurückzukehren. “Dazu gehört jede Menge Mut", sagte der Brite, der Schumacher auch im Alter von 41 Jahren noch große Klasse attestiert: “Michael ist immer noch fitter als viele andere Fahrer und talentierter als 90 Prozent seiner Gegner."