Informationen für Eltern

Informationen für Eltern

Kinder erleben Fernsehen anders als Erwachsene. Sie suchen sich ganz gezielt Angebote, die ihren jeweiligen Bedürfnissen entsprechen, die sie zum Lachen bringen oder ihnen Antworten auf ihre Fragen liefern. Um zu verstehen, was Kinder in verschiedenen Entwicklungsstufen interessiert, amüsiert aber unter Umständen auch erschreckt, beschäftigt sich die Entwicklungspsychologie und die Medienforschung auch mit den Verstehens- und Verarbeitungsmöglichkeiten von Kindern der verschiedenen Altersstufen.

0-3 Jahre

Kinder unter 3 Jahren sollten grundsätzlich gar nicht fernsehen. Wenn doch, sollten sie dies nur kurz und stets im Beisein eines Erwachsenen, da auch vermeintlich harmlose Inhalte sie erschrecken und überfordern können.
Zusätzlich sollten Eltern nur Inhalte auswählen, die „ohne Altersbeschränkung“ freigegeben oder mit „ab 0 Jahren“ gekennzeichnet sind.

4-6 Jahre (Vorschulkinder)

Fernsehen wird noch sehr stark Ich-bezogen und unmittelbar erlebt, abstraktere Zusammenhänge und längere Handlungsfolgen können noch nicht verstanden werden. Kinder können noch nicht zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden.

Fernsehformate, die dieser Altersgruppe besonders entgegen kommen:

  • kurze, in sich geschlossene Geschichten
  • lineare Handlungsabläufe ohne Ort- und Zeitsprünge
  • mäßiger Spannungsaufbau und –abbau
  • begrenzte Anzahl an Figuren
  • ein „gutes“ Ende der Geschichte
7-9 Jahre (Grundschulkinder)

Allmählich wird auch das Verständnis des Gegenübers immer umfangreicher und es werden größere Handlungszusammenhänge hergestellt, allerdings immer noch sehr stark bezogen zum eigenen Ich.

Fernsehformate, die dieser Altersgruppe besonders entgegen kommen:

  • Frauen- und Männerfiguren, die Identifikationsmöglichkeiten bieten
  • spannendere Handlungsabläufe mit Entspannungsphasen, abenteuerliche Geschichten
  • Sachthemen, die Fragen außerhalb der eigenen Lebenswelt behandeln
10-12 Jahre (Schulkinder)

Abstrakte Zusammenhänge werden immer besser begriffen. Die Rezeption öffnet sich allmählich über die unmittelbare Lebenswelt hinaus. Dramaturgische Mittel werden immer besser verstanden und helfen bei der Einordnung des Gesehenen, Fiktion und Realität können klar unterschieden werden. Das Interesse an spannenden und leicht gruseligen Inhalten steigt, wodurch die Kinder lernen, mit eigenen Gefühlen umzugehen

Fernsehformate, die dieser Altersgruppe besonders entgegen kommen:

  • komplexe, anspruchsvollere Handlungsabläufe
  • anspruchsvolle dramaturgische Gestaltungsmittel
  • Sachthemen, die auch komplexere Phänomene vermitteln
  • Freundschafts- und Geschlechterbeziehungen
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