Als am Sonntag in Vancouver nach zehn deutschen Goldmedaillen und insgesamt 30-mal Edelmetall der Vorhang fiel, zeichnete sich die gute Sicht auf Sotschi schon ab. 22 der 42 Medaillengewinner machen weiter bis zu den nächsten Winterspielen 2014.
Darunter sind sieben der 15 am Gold beteiligten Olympiasieger, neun Zweite und sechs Dritte. Nur fünf Athleten, die an drei Medaillen Anteil hatten, hören nach einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID) auf.
„Wir können über Sotschi hinaus noch auf viele junge Leute bauen. Etliche können in acht Jahren noch dabei sein", sagt Ulf Tippelt, stellvertretender Chef de Mission der 153 Athleten starken deutschen Vancouver-Mannschaft.

Der Leistungssport-Direktor im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) weiß um den zusätzlichen Schub, den die Entwicklung erhalten würde, wenn München am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban die Winterspiele 2018 bekäme.
Kein Zweifel am Weitermachen bis Sotschi besteht bei den Doppel-Olympiasiegerinnen Magdalena Neuner (Biathlon/23) und Maria Riesch (alpin/25) sowie fünf anderen Goldmedaillengewinnern: Riesenslalom-Ass Viktoria Rebensburg (20), den Rodlern Felix Loch (20) und Tatjana Hüfner (26) sowie den Eisschnellläuferinnen Stephanie Beckert (21) und Katrin Mattscherodt (28).
Wahrscheinlich werden weitere der 16 anderen Medaillengewinner bis 2014 aktiv sein, auch wenn von denen nur Lauflauf-Olympiasiegerin Evi-Sachenbacher (29) noch unter 30 ist. Viele planen mindestens noch bis 2011, wollen sich dann von Jahr zu Jahr entscheiden.

Die meisten Biathleten wollen die WM 2012 in Ruhpolding noch erleben, die Paarlauf-Dritten Aljona Savchenko/Robin Szolkowy im Mai nach der WM entscheiden.
Aus der Spur gehen nur fünf Olympiasieger: nach viermal Gold Andre Lange (36) und wahrscheinlich auch Kevin Kuske (31), die Skeleton-Olympiazweite Kerstin Szymkowiak sowie im Rodeln das Bronze-Duo Patric Leitner/Alexander Resch.
In sieben der 15 Sportarten ist die Nachwuchssituation über den Kreis der jungen Olympiateilnehmer hinaus gut. Diesgilt im alpinen Ski vor allem für das weibliche Geschlecht, außerdem generell für Biathlon, Skispringen, Nordische Kombination, Bob, Rodeln und Skeleton.

Zu wenig Nachwuchs gibt es im Langlauf, im Eiskunstlauf und Eishockey. Nur ein mittelmäßiger Schub an Talenten ist auszumachen im Eisschnellauf, Curling sowie in den drei Trendsportarten Shorttrack, Freestyle und Snowboard.
Hier verpasste Deutschland den Anschluss an die internationale Entwicklung, gewann keine von 60 Medaillen und verspielte den erneuten Sieg in der Nationenwertung. „Wir kommen hier mit den üblichen Fördermaßnahmen nicht weiter. Es muss ein Umdenken in der Sportkultur eingeleitet werden", sagt Thomas Bach.
Der DOSB-Präsident weiß: „Erfolge sind nicht unbedingt bis Sotschi 2014 möglich. Aber wir müssen diesen Bereich mit Blick auf München 2018 stärken."
Olympiasieger
Biathlon: Magdalena Neuner (Wallgau/23)
Rodeln: Felix Loch (Berchtesgaden/20)
Rodeln: Tatjana Hüfner (Oberwiesenthal/26)
Alpin: Maria Riesch (Partenkirchen/25) Viktoria Rebensburg (Kreuth/20) Stephanie Beckert (Erfurt/21) Katrin Mattscherodt (Berlin/28)
Olympiazweite
Bob: Thomas Florschütz (Riesa/32) Richard Adjei (Königssee/27) Martin Putze (Oberhof/25) Alexander Rödiger (Oberhof/24)
Eisschnelllauf: Stephanie Beckert (Erfurt/21)
Rodeln: Felix Möller (Sonneberg/28)
Skilanglauf: Tim Tscharnke (Biberau/20)
Skilanglauf: Miriam Gössner (Partenkirchen/19)
Skispringen: Andreas Wank (Oberhof/22)
Olympiadritte
Nord. Kombin.: Eric Frenzel (Oberwiesenthal/21) Sportsoldat Tino Edelmann (Zella-Mehlis/24) Sportsoldat Björn Kircheisen (Johanngeorg./26) Bundespolizei Johannes Rydzek (Oberstdorf/18)
Schüler Rodeln: Natalia Geisenberger (Miesbach/22)
Bundespolizei Skeleton: Anja Huber (Berchtesgaden/26) Sportmanagerin
Olympiasieger:
Bob: Andre Lange (Oberhof/36) u. Kevin Kuske(Oberhof/31)
Olympiazweite
Skeleton: Kerstin Szymkowiak (Hochsauerland/32) Studentin