Sky Kommentar

20.02.2012 13:15 Uhr

"Bayern in der Robben-Falle"

Reif
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Marcel Reif äußert sich im Sky Kommentar zur Rückkehr Rehhagels, den Problemen der Bayern und Botschaften aus Dortmund.


Otto Rehhagels Rückkehr in die Bundesliga ist ein richtiger Coup, da sind sich Laien und Experten einig. Ich kenne ihn ja auch ein bisschen und war mir sicher, er schaut sich die Bundesliga nur noch von der Tribüne aus an. Dass er noch so brennt, hat mich überrascht – aber wer ihn am Sonntag gesehen hat, glaubt das sofort.
 
Dass man in Berlin auf diese Idee gekommen ist, ist sinnvoll. Rehhagel wird die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sodass Manager Michael Preetz, der genügend Fehler gemacht hat, endlich einmal Zeit hat, um Luft zu holen. In der Mannschaft steckt auf jeden Fall genügend Potenzial, um das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen.

"Die Fallhöhe der Bayern ist riesig"

Das 0:0 des FC Bayern in Freiburg war hingegen keine solch große Überraschung.  Es war nur ein weiterer Mosaikstein im Gesamtbild, das die Bayern nach dem „besten Trainingslager aller Zeiten“ abgeben. Und die Fallhöhe der Bayern ist riesig, denn alle, da schließe ich mich gerne ein, sind davon ausgegangen, dass sie nach den Problemen der vergangenen Saison mit Vorsprung Meister werden.
 
Die Mannschaft hat ein paar Strukturfehler. Arjen Robben ist ein wesentlicher Punkt. Er ist ein Weltklassespieler, der bei jedem Verein der Welt spielen könnte.

Wenn er nicht spielt, ist er ein Dauerthema, auf das sich die Medien genüsslich stürzen. Wenn er spielt, weichen Thomas Müller und Toni Kroos auf andere Positionen aus. Das ergibt einen völlig neuen Aggregatszustand, der der Mannschaft nicht bekommt. Die Bayern stecken in der Robben-Falle.
 
In der Bundesliga hat der FC Bayern zudem das Problem, dass erstmals seit langer, langer Zeit mehrere Mannschaften mit den Bayern marschieren.

Normalerweise kann man hoffen, dass der eine direkte Konkurrent abfällt oder sich übernimmt. Wenn das in dieser Saison geschieht, sind da immer noch zwei andere Rivalen.

"Das ist die Botschaft der Dortmunder"

Eine uralte Regel besagt, dass die Mannschaft Meister wird, die die holprigen Spiele gewinnt. Entscheidend sind nicht die 4:0-Galaauftritte, die kommen von alleine.

Ich war für Sky zuletzt bei den Dortmunder Spielen gegen Leverkusen und in Berlin – das waren genau diese holprigen Spiele, und der BVB hat sie gewonnen. Das ist die Botschaft der Dortmunder für die Bayern.
 
Zumal Borussia Dortmund die Punkte holt, obwohl mit Götze und Kagawa die zwei kreativsten Spieler ausfallen. Früher hat man gesagt: „Wartet mal ab, bis sich bei den anderen einer verletzt – die Bayern holen den Titel mit ihrer Bank.“

Heute fällt bei Bayern Schweinsteiger aus und sie haben ein Problem, während die Dortmunder den Münchnern zeigen, wie es auch ohne zwei Leistungsträger geht. Diese Erkenntnis tut in Bayern richtig weh.

"Der Wahnsinn des Finals im eigenen Stadion"

Nicht wegdiskutieren kann man beim Rekordmeister auch den Wahnsinn des Champions-League-Finals im eigenen Stadion. Die Mannschaft hat das im Kopf. Mit Sicherheit auch am Mittwoch bei der Partie in Basel.

Dort gibt es nun zumindest die Möglichkeit der schnellen Wiedergutmachung. 

Marcel Reif

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