Primera Division

13.06.2013 12:30 Uhr

Schuster übernimmt in Malaga

Bernd Schuster
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Nach exklusiven Informationen von Sky Sport News HD wird Bernd Schuster in Malaga die Nachfolge von Ex-Trainer Manuel Pellegrini antreten.

(Sky Sport News/sid) -  Die Vorstellung Bernd Schusters in Malaga wird nächste Woche stattfinden. Schuster tritt damit die Nachfolge des Chilenen Manuel Pellegrini an, der wiederum mit Manchster City in Verbindung gebracht wird.

Vom VfL Wolfsburg wurde er im Dezember eiskalt abserviert, im warmen Andalusien will Bernd Schuster nun wieder die Sonnenseiten des Trainergeschäfts erleben: Sechs Monate nach dem geplatzten Engagement bei den "Wölfen" ist der 53-Jährige neuer Trainer des spanischen Erstligisten FC Málaga.

Durststrecke zu Ende

Für Schuster geht damit eine lange Durststrecke zu Ende: Seit seinem Rauswurf bei Besiktas im März 2011 war der einstige Weltklassespieler ohne Job.

Der gebürtige Augsburger tritt in Málaga die Nachfolge von Erfolgstrainer Manuel Pellegrini an. Der Chilene verlässt das Estadio Rosaleda zwei Jahre vor Ablauf seiner Vertragszeit und wird ab der kommenden Saison wohl Teammanager von Manchester City.

Anspruchsvolle Aufgabe

Nicht nur vor dem Hintergrund von Pellegrinis Erfolgen, der mit den "Boquerones", den Anchovies, in der abgelaufenen Saison erst im Viertelfinale der Champions League denkbar knapp an Borussia Dortmund gescheitert war, wartet auf Schuster in Málaga eine höchst anspruchsvolle Aufgabe.

Dank des milliardenschweren Eigentürmers Abdullah Bin Nasser Al Thani ist der Verein zwar finanziell potent, der Katari gilt aber als unberechenbar: Ende 2012 hatte Al Thani den Geldhahn zugedreht, wegen ausstehender Gehaltszahlungen sowie Schulden beim Staat sperrte die UEFA Málaga für die kommenden Europa-League-Saison.

Sperre für die Europa-League-Saison

Schuster darf sich derweil über die Rückkehr in die erste Reihe freuen. Wo immer in den vergangenen Monaten ein Trainer gesucht wurde, fiel sein Name: Auf Schalke brachte ihn der Boulevard ins Gespräch, Schuster selbst bot sich öffentlich als Bremer Coach an.

In Wolfsburg fühlte er sich im Dezember hintergangen, als die Niedersachen Dieter Hecking unter Vertrag nahmen und Schuster am Ende doch einen Korb gaben.

Korb von Wolfsburg

"Ich stand schon auf dem Flughafen in München, um nach Hannover weiterzufliegen und von dort nach Wolfsburg zu fahren", sagte Schuster damals: "Meine Koffer waren schon im Flieger, als das Treffen abgeblasen wurde. Ich muss sagen, dass nicht mit offenen Karten gespielt wurde."

Missverstanden fühlte er sich in Deutschland eigentlich immer. In Köln überwarf er sich mit Trainer Karl-Heinz Heddergott, nach einem Streit mit Bundestrainer Jupp Derwall erklärte er 1984 im Alter von 24 Jahren seinen Rücktritt aus der DFB-Elf. 1986 scheiterte das Comeback zur WM in Mexiko - dem Vernehmen nach, weil seine berüchtigte Manager-Gattin Gaby eine Million Mark vom Verband gefordert hatte.

In Spanien angesehen

Anders war es seit jeher in Spanien: Beim FC Barcelona (1980 bis 1988) stellte Schuster sogar Diego Maradona in den Schatten. Der Argentinier verabschiedete sich 1988 entnervt nach Neapel, Schuster blieb, wechselte später zum Erzrivalen Real Madrid (1988 bis 1990) und zu Atlético Madrid (1990 bis 1993)

Als Trainer in Köln - bei Fortuna (1997/98) und dem 1. FC (1998/99) - agierte er recht glücklos. Nach zwei soliden Jahren beim spanischen Zweitligisten Deportivo Xerez und einem Abstecher zu Schachtjor Donezk (2003/04) erarbeitete sich Schuster in Spanien das Image eines eigenwilligen, aber erfolgreichen Fußballlehrers. Dies führte ihn über Levante (2004/05), Getafe (2005 bis 2007) zurück zu Real (2007 bis 2008).

Missverständnis mit Besiktas

Mit den Königlichen holte Schuster zwar Meisterschaft und Supercup, doch der eher spröde Deutsche passte nicht ins glamouröse Umfeld der damaligen Galaktischen. Der Bruch nach 17 Monaten traf ihn tief, das folgende Engagement bei Besiktas war ein einziges Missverständnis.

Nun ist der "blonde Engel" von einst wieder bei einem Topklub angekommen. Es könnte seine letzte Chance sein - und dies macht den Druck für ihn im Rosaleda nicht kleiner.

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