Rollentausch
Als der 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt in die Rückrunde starteten, hieß das Ziel der Franken Klassenerhalt und das der Hessen Europa League. Nach fünf Spieltagen im neuen Jahr ist es genau andersherum: Der „Club“ strebt nach Europa, die SGE rutscht in den Abstiegsstrudel. Das direkte Duell am Freitagabend hat für beide Teams richtungweisenden Charakter. Sky überträgt die Partie live und in HD. Sky Moderator Michael Leopold erwartet Sie ab 20:15 Uhr im Easycredit-Stadion, Roland Evers kommentiert das Spiel.
Schaut man nur kurz auf die Bundesligatabelle, so würde man die Partie zwischen Nürnberg und Frankfurt auf den ersten Blick als Mittelfeldduell abtun. Immerhin erwartet hier der Tabellenneunte den Zwölften. Erst ein zweiter Blick offenbart, dass es um weit mehr geht als langweilige Positionskämpfe im Mittelmaß. Schließlich trennen die Franken und die Hessen zwar nur drei Plätze, dafür aber fünf Punkte. Fünf ganz entscheidende Punkte. Genau betrachtet gibt es eigentlich gar kein Mittelfeld. Unterhalb des 1. FC verläuft eine klare Trennlinie zwischen den Teams, die sich nach oben orientieren, und denen, die gegen den Abstieg kämpfen wie auch Eintracht Frankfurt.
In Frankfurt läuten die Alarmglocken
Für die Hessen ist diese Entwicklung ein Schock. Als die Frankfurter vor fünf Wochen in die Rückrunde starteten, hatten sie sich für die zweite Saisonhälfte den Sturm auf die internationalen Plätze zum Ziel gesetzt. Rang fünf war ja nur drei Punkte entfernt. An den Abstiegskampf dachte bei elf Zählern Vorsprung auf den Relegationsrang niemand. Nach vier Niederlagen und nur einem Remis im Jahr 2011 ist dieser Vorteil auf vier mickrige Pünktchen geschmolzen. „Wenn man wie wir die schlechteste Mannschaft der Rückrunde ist, läuten die Alarmglocken“, warnt Vorstandschef Heribert Bruchhagen, „wir müssen auf der Hut sein.“
Das vielleicht Erschreckendste an der Frankfurter Talfahrt ist, dass in 450 Rückrundenminuten noch kein einziges Tor gelang. „Momentan geht irgendwie nichts“, sagt ein ratloser Kapitän Patrick Ochs. Abwehrspieler Maik Franz behauptet dagegen, die Mannschaft wisse schon, „was fehlt. Daran müssen wir arbeiten“. Michael Skibbe verlangt von seiner Truppe nachdrücklich, dass sie in Nürnberg eine Reaktion zeigt. „Wir müssen die Wende zum Guten am Freitag schaffen“, fordert der Coach unmissverständlich. Franz glaubt fest daran, dass das gelingt: „Wir werden schon noch Tore schießen. Und damit müssen wir jetzt am Freitag anfangen.“
Der „Club“ träumt von Europa
Da hat der 1. FC Nürnberg natürlich etwas dagegen. Die Franken finden sich ähnlich wie die Hessen in einer Situation wieder, mit der sie nicht gerechnet hatten. Allerdings mit entgegen gesetzten Vorzeichen. In Nürnberg hatte man sich während der Winterpause auf den Abstiegskampf eingestellt und war schon froh, mit sieben Zählern ein recht beruhigendes Polster zu haben.
Als das Team zum Rückrundenauftakt zu Hause gegen Schlusslicht Mönchengladbach verlor, war die Angst vor dem Absturz sofort wieder präsent. Doch die junge Nürnberger Mannschaft ließ sich nicht verunsichern, erkämpfte ein Unentschieden in Freiburg und gewann schließlich drei Partien in Folge, zuletzt in überzeugender Manier mit 4:1 in Stuttgart. Bei nur noch fünf Punkten Rückstand auf Platz fünf dürfen die Franken sogar „von Europa träumen“, findet Timmy Simons. Der erfahrene Belgier warnt seine Kollegen jedoch vor dem Schlendrian: „Wenn wir jetzt denken, alles geht von alleine, dann wird es sehr gefährlich.“