Fußball: Bundesliga

Nachbericht

Bayern jetzt auch offiziell Meister

Bayern München hat am letzten Spieltag der Bundesliga den Gewinn der 22. deutschen Meisterschaft perfekt gemacht und weiter das Titel-Triple im Visier. Die Münchner setzten sich bei Absteiger Hertha BSC Berlin nach einer nur phasenweise überzeugenden Vorstellung mit 3:1 (1:0) durch.

Auf der Tribüne verfolgte Jose Mourinho, Trainer von Bayern-Gegner Inter Mailand im Champions-League-Finale am 22. Mai, die Begegnung.

Vor 75.420 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion erzielten Ivica Olic (29.) und Arjen Robben (74./87.) mit den Saisontreffern Nummer 15 und 16 die Tore für die Bayern. Für Hertha traf Adrian Ramos (59.) mit seinem zehnten Saisontor.

Die Bayern hatten den Titel schon vor dem letzten Spiel bei drei Punkten und 17 Toren Vorsprung auf Vizemeister Schalke 04 nahezu sicher. Nach dem Abpfiff präsentierten die Bayern ihren Fans die Meisterschale, die Liga-Präsident Reinhard Rauball überreicht hatte. Noch am Abend trat der Tross des neuen deutschen Meisters den Heimflug nach München an.

Zwei Tage nach seiner Nominierung für den vorläufigen WM-Kader konnte sich insbesondere Bayerns Keeper Jörg Butt mehrfach auszeichnen. Zunächst rettete er vor dem anstürmenden Lukasz Piszczek, dann parierte er klasse Lewan Kobiaschwilis Freistoß und Raffaels Weitschuss.

Vierte Vize-Titel für Schalke seit 2001

Schalke 04 feiert den vierten Vizemeister-Titel seit 2001 und einen überragenden Keeper Manuel Neuer, Aufsteiger FSV Mainz 05 das beste Saisonergebnis seiner Vereinsgeschichte: Zum Abschluss der Spielzeit 2009/2010 trennten sich die beiden Bundesligisten in Mainz vor allem wegen Teufelskerl Neuer 0:0 und ließen sich anschließend trotz der torlosen Partie von ihren Fans gebührend für die erfolgreiche Saison feiern.

Schon vor der Partie herrschte bei den 20.300 Zuschauern in Mainz Karnevalsstimmung, die Fans beider Lager waren in ihrem Jubel und ihren Gesängen nicht zu bremsen.

Die Mainzer und Schalker, die bereits 2001, 2005 und 2007 die Meisterschaft knapp verpasst hatten, wollten ebenfalls etwas zu der Partystimmung beitragen und agierten gleich von Beginn an mit offenem Visier.

Neuers Empfehlungsschreiben

Die erste Chance für die Gastgeber hatte der zu Spartak Moskau zurückkehrende Malik Fathi, der aus spitzem Winkel an Nationalkeeper Neuer scheiterte (7.). Fünf Minuten später kam der nicht für die WM nominierte Torjäger Kevin Kuranyi nach Vorlage von Edu einen Schritt zu spät. Zudem traf Jefferson Farfan mit einem strammen Schuss nur den Innenpfosten (16.). Dann konnte sich Neuer mit insgesamt drei weiteren Glanztaten bei Bundestrainer Joachim Löw empfehlen.

Die Mainzer drückten ohnehin in der zweiten Halbzeit aufs Tempo, doch Chadli Amri verzog nach einem sehenswerten Angriff aus aussichtsreicher Position (51.). Auf der anderen Seite parierte der Mainzer Schlussmann Heinz Müller einen schwachen Drehschuss von Kuranyi (52.).

Der voraussichtlich ins Ausland wechselnde Schalke-Angreifer Kuranyi stand trotz einer kurzen Trainingspause in dieser Woche in der Startformation, konnte sich aber über weite Strecken nicht in Szene setzen und blieb damit auch im fünften Spiel in Folge ohne Torerfolg.

Dzeko krönt Wolfsburger Gala

Stürmerstar Edin Dzeko hat die Galavorstellung des entthronten deutschen Meisters VfL Wolfsburg mit dem Gewinn der Torjäger-Kanone gekrönt. Der Bosnier erzielte beim 3:1 (3:0)-Sieg der Niedersachsen gegen Eintracht Frankfurt seinen 22. Saiosontreffer und hatte dadurch im Fernduell mit Bayer Leverkusens Stefan Kießling (21) knapp die Nase vorn. Ein Jahr nach dem Brasilianer Grafite wurde somit zum zweiten Mal in Folge ein Wolfsburger Torschützenkönig.

Allerdings konnte auch Dzeko nicht verhindern, dass die "Wölfe" die Saison als schlechtester Vorjahresmeister seit 16 Jahren beendeten. Als Tabellenachter erreichte der VfL den gleichen Platz wie 1994 Werder Bremen im Jahr nach dem Titelgewinn.

Ein Jahr nach dem größten Triumph der Vereinsgeschichte verabschiedeten sich die Platzherren noch einmal mit einer starken Leistung in die Sommerpause. Spielmacher Zvjezdan Misimovic eröffnete die Torejagd mit dem Wolfsburger Führungstreffer in der 21. Minute. Nach einer halben Stunde erhöhte Sascha Riether auf 2:0 (30.), ehe kurz darauf auch Dzeko traf (34.).

Für den 24-Jährigen könnte es jedoch das letzte Tor im VfL-Trikot gewesen sein, da er zur kommenden Saison voraussichtlich zu einem europäischen Topklub wechselt. Martin Fenin gelang der Frankfurter Ehrentreffer (86.).

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