Sky Stimmen

05.02.2012 20:39 Uhr

Stani: "Abstiegskampf, ganz klar"

Holger Stanislawski
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Die wichtigsten Stimmen zu den Spielen des 20. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Sky.

Holger Stanislawski (Trainer 1899 Hoffenheim)…

…nach dem 2:2 gegen den FC Augsburg: „Es war von dem einen oder anderen teilweise so, dass man Schwierigkeiten hat, sich mit der Leistung anzufreunden. Teilweise hatten wir ein Zweikampfverhalten wie im Amateurfußball in der untersten Klasse. Damit tue ich wahrscheinlich keinem Amateurspieler recht.“

…auf die Frage, was seine Spieler nicht umsetzen konnten: „Alles! Wir haben vielleicht 15 oder 20 gute Minuten gehabt in der zweiten Halbzeit. Ansonsten hatte der eine oder andere Spieler keine Bereitschaft, sich an taktische Dinge, an taktische Disziplin zu halten, gegen den Ball zu arbeiten, überhaupt nach hinten was zu tun. Dafür trage ich die Verantwortung. Dementsprechend fängt man als Trainer an, sich darüber Gedanken zu machen.“

...über die Perspektive: „Abstiegskampf, ganz klar! Wir brauchen nicht lange drum rum reden. Ich habe auch keine Lust, irgendetwas schön zu reden, was nicht schön ist. Mit der Leistung, die der eine oder andere derzeit abruft, werden wir Probleme haben, uns da rauszulösen. Mit der Leistung wird es am Mittwoch im DFB-Pokal nicht reichen.“
 
…auf die Frage, ob seine Spieler den Ernst der Lage nicht realisiert hätten: „Wenn der ein oder andere spielt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, dann glaube ich nicht, dass dies angekommen ist. Wir predigen seit Monaten gewisse Dinge. Aber der eine oder andere hatte heute gar nicht so Lust dazu, dies umzusetzen.“

Marco Kurz (Trainer 1. FC Kaiserslautern) über die Gelb-Rote Karte von Ariel Borysiuk: „Wenn ich die Fouls sehe, war es schon eine knallharte Entscheidung. Aber wie immer akzeptieren wir auch diese Entscheidung.“

Christian Tiffert (1. FC  Kaiserslautern) nach dem Spiel über die Gelb-Rote Karte von Ariel Borysiuk: „Es war die richtige Entscheidung. Die Rote Karte war die logische Konsequenz. Am Schiri hat das nicht gelegen.“

Volker Finke (Sportdirektor 1. FC Köln) über den in dieser Woche entfachten Machtkampf zwischen ihm und Trainer Solbakken zum Transfer von Chiong Tese:  „Die Feststellung, dass der Trainer den Spieler Tese nicht haben wollte, ist eine falsche Feststellung, weil ich am Sonntagmorgen noch mal auf ihn (Solbakken) gewartet habe. Er hat sich die Clips angeschaut und ich habe erst nach seiner Zustimmung, dass wir es gemeinsam machen, den Spieler Tese  informiert, dass der Trainer einverstanden ist. Und erst danach haben wir die Verträge gemacht. Zwischen Wunschspieler und nicht zustimmen ist viel dazwischen. Der Trainer hat zugestimmt, aber dass es nicht seine Wunschoption war, können wir so stehen lassen.“

Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen) nach dem 2:2 gegen den SC Freiburg mit einem positiven und einem negativen Fazit: „Dass wir zwei Tore geschossen haben - das ist positiv. Auch, dass wir auswärts getroffen haben. Nicht so schön ist, dass wir zwei Tore bekommen haben. Wir haben zwei Mal eine Führung verspiel, die wir nicht hergeben durften, Insgesamt war das Spiel sehr unruhig. Wir haben mit sehr viel Aufwand gespielt. Uns hätte heute ein bisschen Ruhe gut getan - das haben wir aber nicht hinbekommen.“

Claudio Pizarro (Werder Bremen)…

…auf die Frage, warum er nach dem Spiel so sauer war:  „Wir haben heute zwei Punkte verloren, wir wollten das Spiel gewinnen und wir brauchen die Punkte. Aber wir haben die Punkte verloren, deshalb war ich sauer.“

…über die jungen Spieler bei Werder Bremen: „Die spielen sehr gut. Die sind die Zukunft für die Mannschaft, das ist wichtig. Aber wir brauchen auch erfahrene Spieler. Aber ich glaube, die momentane Leistung der jungen Spieler ist sehr gut, wir brauchen sie.“

…auf die Frage, ob er in Bremen bleibt: „Ich hoffe schon, das ist noch nicht klar. Bis zum Frühjahr ist alles offen und das ist jetzt auch noch so.“

Christian Streich (Trainer SC Freiburg) nach dem Spiel: „Wir habe zwei Punkte verloren, das ist wahnsinnig ärgerlich. Pizarro hat mit seiner Weltklasse-Leistung zwei Tore gemacht, wir mussten dann die Tiefschläge wegstecken und mussten dann auch noch mit zehn Mann spielen. Wir haben zwei Punkte verloren, was total weh tut, aber damit müssen wir leben.“

Dirk Dufner (Sportdirektor SC Freiburg) über die Chancen, den Klassenerhalt zu schaffen: „Die Chance stehen gut, es hängt alles eng  zusammen. Es wird noch der ein oder andere da unten rumpurzeln, der nicht so gerne da ist. Das Geschenk nehmen wir dann gerne an. Wichtig ist, dass es bis zum Ende dabei bleibt. Wer die besseren Nerven hat, darf in der Liga bleiben. Wen die Nerven verlassen, darf es dann noch mal eine Runde tiefer versuchen.“

Michael Skibbe (Trainer Hertha BSC) nach der 0:1-Niederlage gegen Hannover 96: „Es war keine unnötige Niederlage, ganz im Gegenteil: Es war eine ganz unglückliche Niederlage. Wir hatten besonders in der ersten Halbzeit eine ganze Reihe hochkarätiger Möglichkeiten. Da war es auch ein gutes Spiel von uns. In der zweiten Halbzeit war es ein verteiltes Spiel. Leider haben wir mit einem Sonntagsschuss verloren.“

Mirko Slomka (Trainer Hannover 96) über den Rückrundenstart: „Wir können ganz glücklich sein mit keinem Gegentor und zwei 1:0-Siegen – bisher drei schöne Ergebnisse. Wir können ganz zufrieden sein, müssen uns aber fußballerisch steigern. Aber es war heute auch nicht einfach, hier zu spielen.“

Lucien Favre (Trainer Borussia Mönchengladbach) auf die Frage, ob das Ergebnis ein Rückschlag für sein Team sei: „Sind Sie verrückt? Ein 0:0?“

Sky Experte Markus Merk über den fälschlicherweise wegen Abseitsposition aberkannten Treffer von Mike Hanke: „Da kann man dem Assistenten keinen Vorwurf machen. Einer läuft rein, einer läuft raus, da geht es um Millimeter. Da stehen schließlich auch nur Menschen an der Seitenlinie.“

Benedikt Höwedes (Schalke 04) nach dem 1:1 gegen Mainz 05: „Für uns ist das ein kleiner Dämpfer, weil wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten. Die Chancen dafür waren auf jeden Fall da.“

Robin Dutt (Trainer Bayer 04 Leverkusen) über den späten Stuttgarter Ausgleichstreffer: „Das war natürlich völlig unnötig, weil wir nach dem Platzverweis von uns sehr gut in der defensiven Ordnung gestanden haben und die Stuttgarter gezwungen haben, um uns herum zu spielen. Sie hatten so gut wie keine Torchance in der Phase. Dass man kurz vor Schluss noch so ein Stochertor bekommt, war natürlich bitter.“

Bruno Labbadia (Trainer VfB Stuttgart) nach dem Spiel: „Was den Elfmeter betrifft, war für mich heute extrem, dass jeder Luftkampf abgepfiffen wurde. Deshalb war es für mich auch kein Elfmeter. Dann müsste man sehr viele Elfmeter geben. Umso mehr kann man heute die Moral ansprechen, dass wir nicht aufgegeben haben.“

Sky Experte Jan Aage Fjörtoft…

…über die Bayern-Stars Arjen Robben und Franck Ribery: „Robben und Ribery werden überschätzt. Die sind nicht so gut, wie alle sagen. Robben spielt keine gute Saison. Patrick Herrmann von Gladbach zum Beispiel hat so viele Scoringpunkte mehr. Und zu Robben muss ich sagen: Hol dir den Ball, wenn du ein Weltklassespieler bist, hol dir den Ball.“

…über die Situation im Titelkampf: „Dortmund ist der Meister und sie haben es geschafft, in Angriffsposition zu kommen. Und die Bayern zittern jetzt ein bisschen. Das ist lustig zu sehen, dass so eine Riesenmannschaft wie Bayern so verunsichert ist.“

Thomas Müller (FC Bayern) über das Remis: „Wir müssen immer gewinnen beim FC Bayern. Und vor allem wenn du Meister werden willst, musst du sehr viele Spiele gewinnen. Deswegen ärgert mich das Unentschieden immens, weil es ein Spiel war, wo viel mehr drin war. Eigentlich bist du enttäuscht, verärgert, kannst aber auch das Spiel nicht schlecht reden.“

Jupp Heynckes (Trainer FC Bayern) über die Leistung seines Teams: „Ich kann der Truppe auf keinen Fall einen Vorwurf machen. Besonders in der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, waren läuferisch sehr stark. Aber die Ansprüche beim FC Bayern sind größer und extremer. Deswegen können wir nicht zufrieden sein. Wir hätten hier heute gewinnen müssen, hätten das erzwingen müssen.“

Sky Experte Stefan Effenberg über die Leistung der Bayern: „Um diese Leichtigkeit beim FC Bayern zu sehen, müssen sie führen. Nur wenn der Gegner aufmachen muss, haben sie relativ leichtes Spiel. Und es ist natürlich nicht schön, von neun möglichen Punkten nach der Winterpause nur vier zu holen und dein größter Konkurrent Dortmund holt alle neun Punkte. Jetzt rennen sie hinterher, die Situation ist nicht angenehm. Du bist wieder der Jäger, normalerweise willst du immer von oben grüßen. Das haben sie nicht geschafft. Die Leistung heute war okay, aber eigentlich, dass muss man klar sagen, musst du vom FC Bayern mehr erwarten.

Ivica Olic (FC Bayern) über die Leistung der Bayern: „Besser ein Punkt als nichts. Aber sicher, das reicht nicht. Wir müssen noch viel arbeiten und versuchen, möglichst schnell auf das Niveau zu kommen, auf dem wir waren.“

Arjen Robben (FC Bayern) über das Remis: „Für uns ist das zu wenig. Am Ende fehlt die Schärfe, es fehlt ein Tick, die letzten Prozente – nur dann schießt du ein Tor. Wir müssen uns verbessern, die Chancen besser ausspielen. Es ist noch ein langer Weg. Obwohl wir nur einen Punkt geholt haben, haben wir uns verbessert. Wir sind noch nicht top, aber es kommt. Wir müssen das weiter aufbauen, in jedem Spiel.“

Sky Experte Jan Aage Fjörtoft über das Spiel des FC Bayern: „Das ist wie beim Eishockey, die spielen Powerplay, 30 Meter vor dem Tor, hin und her. Wenn Bayern so weiter spielt, müssen sie keine Angst haben. Sie spielen auswärts, haben da 65 Prozent Ballbesitz, kreieren acht Chancen.“

Sky Experte Markus Merk über die Lage beim FC Bayern: „ Die Bayern haben immer überzeugt durch großes Selbstbewusstsein. Wenn man die Interviews hört, da ist eine Unzufriedenheit da. Wenn man dann Dortmund nimmt, mit dieser Spielfreude, dieser Leidenschaft – wenn man dann die nächsten Wochen anschaut, die Bayern haben ja Mehrfachbelastung, sie haben große Ziele. Es wird insgesamt schwierig. Aber wir haben noch 14 Spieltage und so kennen wir die Bayern eben auch, sie können den Hebel schnell umsetzen.“

David Jarolim (Hamburger SV) über das Spiel: „Leider stimmt das Ergebnis nicht. Wir haben 1:0 geführt. Schade, dass wir das nicht über die Zeit gerettet haben. Bayern hat viel Druck gemacht, aber denke nicht, dass sie viele Chancen hatten. Das Spiel hat uns viel Kraft gekostet. Es war eine gute Mannschaftsleistung. Das war am Limit.“

Thorsten Fink (Trainer Hamburger SV) über die Leistung seines Teams: „Wir wollten defensiv gut stehen und nach vorne Akzente setzen. Das ist uns gelungen. Klar, dass die Bayern mehr Spielanteile hatten. Aber wir hatten die klareren Torchancen.  Mir hat sehr gefallen hat, dass die Mannschaft nach dem 1:1 noch nach vorne gespielt hat und das Spiel noch gewinnen wollte.“

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