Bundesliga
07.02.2012 15:25 Uhr
"Wer alles kommt, haben sie mir nicht verraten", sagte Eckel mit Blick auf die Feierlichkeiten, die von "seinem" 1. FC Kaiserslautern und dem DFB ausgerichteten werden. Der Jubilar weiß nur, dass neben bekannten Gesichtern aus dem Fußball auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck zur Party kommen wird: "Das ist klar, ich sitze auf meinem Ehrenplatz während der Spiele ja genau neben ihm."
Eben jene Spiele lässt sich der Ex-Lauterer Eckel auch im fortgeschrittenen Alter nicht entgehen. "Wenn ich zu Hause bin, komme ich immer auf den Betzenberg. Das ist doch selbstverständlich. Ich fiebere immer mit. Das ist doch klar", sagte der gebürtige Vogelbacher, der 1951 und 1953 mit den Pfälzern deutscher Meister wurde: "Das ist mein Verein. Ich bin hier groß geworden und durch den 1. FC Kaiserslautern groß geworden. Da steckt mein Herzblut drin. Das ist so und wird immer so bleiben."
Auch eine Knie-Operation, die Eckel vor wenigen Wochen über sich ergehen lassen musste, hält ihn nicht vom Besuch der Heimspiele ab. Entsprechend gut ist Eckel, der trotz des Eingriffs körperlich fit wirkt, über die Lage des abstiegsbedrohten Bundesligisten informiert. "Wir haben zuviele Unentschieden. Mit vielen Unentschieden sind wir schon einmal abgestiegen, das macht mir ein bisschen Angst. Ich hoffe, dass sich die Mannschaft findet und wir in der Bundesliga bleiben - das ist das, was wir wollen."
Ein sportliches Wunder wäre der Klassenerhalt der Pfälzer allerdings nicht, ganz im Gegenteil zum WM-Triumph von 1954. Das Wunder von Bern lässt den gelernten Werkzeugmacher und späteren Realschullehrer für Sport und Werken auch knapp 60 Jahre danach immer noch nicht los. "Ich kann hinkommen, wo ich will - in ganz Deutschland oder sogar im Ausland - ich werde immer wieder darauf angesprochen. Und da bin ich auch ein bisschen stolz drauf", erklärte der frühere Außenläufer mit dem Spitzennamen "Windhund".
Die Erinnerung an den Triumph der Schützlinge von Trainer Sepp Herberger um Kapitän Fritz Walter ist für Eckel, der seine Karriere 1969 als Letzter Weltmeister von 1954 beendete, allgegenwärtig: "Wenn meine Frau sagt, ich soll in den Keller gehen, um etwas zu holen, dann habe ich das im Keller oft schon wieder vergessen. Aber wenn ich über die WM rede oder über meine Fußballzeit sprechen muss oder soll, da weiß ich alles noch."
Leider ist ein Held von Bern dazu nicht mehr in der Lage. Ottmar Walter, der neben Eckel und Hans Schäfer zu den drei noch lebenden Weltmeistern gehört, leidet an Altersdemenz. Das belastet auch Eckel. "Ottmar Walter geht es nicht ganz so gut. Da fahre ich alle vier, fünf Wochen mal hin. Man kann leider nicht mehr so mit ihm sprechen, wie ich es gewohnt bin. Wir haben uns immer sehr gut verstanden. Aber wenn ich jetzt sehe, dass er mich manchmal gar nicht erkennt, dann tut mir das schon sehr weh." Das Schicksal Walters macht Eckel, spürbar traurig.
Dennoch will sich Eckel die Freude am Leben nicht nehmen lassen. Zu dieser Freude hat zuletzt auch das Nationalteam unter Bundestrainer Joachim Löw beigetragen. Eckel traut der Mannschaft bei der EM im Sommer den Titelgewinn zu: "Man hat in der letzten Zeit gesehen, wie gut die Mannschaft spielen kann. Ich hoffe nur, dass sie das bei der Europameisterschaft umsetzen können. Dann haben wir eine große Chance, vielleicht wieder einmal Europameister zu werden."